“Clevere Moskitos erfordern clevere Maßnahmen”

Bisher sind wir davon ausgegangen, dass die Anopheles-Moskitos vor allem in der Dämmerung stechen…

Mosquito Scouts

Bisher sind wir davon ausgegangen, dass die Anopheles-Moskitos vor allem in der Dämmerung stechen. Daher bietet das Moskitonetz auch den wirksamsten Schutz vor einer Infektion. Heute haben wir jedoch von Charles Mbogo, einem Insektenwissenschaftler erfahren, dass die Moskitos ihr Stechverhalten bereits geändert haben und früher ihre Blutmahlzeit zu sich nehmen.

Warum? Viele Menschen schlafen bereits unter einem schützenden Netz. Das ist den Moskitos natürlich nicht entgangen. Sie sind nicht dumm und suchen natürlich nach Möglichkeiten sich am menschlichen Blut zu laben und sich so fortzupflanzen, sprich sie stechen einfach bevor sich die Menschen unter das Moskitonetz zum Schlafen legen.

Außerdem konnten wir direkt erleben, dass der Kampf gegen die Moskitos auch ohne Einsatz von Chemikalien möglich ist.

Im Stadtgebiet von Malindi, einer der Haupttouristenregionen Kenias, stellen ungenutzte Swimmingpools die perfekte Brutstätte für Moskitos dar. Bei dem Besuch eines Dorfes konnten wir sehen, dass es auf dem Land ganz anders aussieht und dort vor allem Reisfelder und Tümpel als Brutstätten dienen. In diesen stehenden Gewässern leben dann die Moskitolarven. Da diese nicht wegfliegen können, bietet sich hier die perfekte Möglichkeit die Moskitopopulation einzudämmen. Und das machen in Malindi 16 sogenannte Moskito-Scouts indem sie entweder eine spezielle Bakterienart oder Gambia-Fische in die Gewässer geben, die den Larven an den Kragen gehen.

Einfacher Gedanke mit großer Wirkung!

Aber auch die Scouts betonen, dass die Kontrolle der Moskitopopulation nur ein Bestandteil in einem Paket von Maßnahmen gegen Malaria ist und in der Aufklärung von Gemeinden der Schlüssel zum Erfolg liegt. In zehn Jahren könnte Kenia durch den gezielten Einsatz verschiedener Maßnahmen vor allem auf Gemeindeebene malariafrei sein.

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