Gibt es Malaria in Deutschland?

Entwarnung. In Deutschland gibt es keine Malaria. Auch wenn 40% das denken……

In Deutschland kann man sich durch verunreinigtes Wasser mit Malaria infizieren! Hätten die Betroffenen sich doch vorher geimpft!

Wusstest Du das auch schon? Bist Du jetzt geschockt und gibst in Zukunft mehr Acht auf die Hygiene, denkst an Vorsorge?

Entwarnung. In Deutschland gibt es keine Malaria. Auch wenn 40% das denken. Und selbst in Afrika, wo die Parasiten vorkommen, wird jedoch nie jemand über verunreinigtes Wasser infiziert. Das denken aber 31% der Bundesbürger.
Wie Du siehst liegst Du also so oder so mit deinen Gedanken nicht so weit entfernt von der Allgemeinheit.

Vor Kurzem wurde die Internetumfrage „Was wissen die deutschen Bundesbürger über Malaria?“ von action medeor e.V. gestartet. Fast 1000 Personen haben daran teilgenommen. Die Ergebnisse sind spannend, manchmal lustig, manchmal erschreckend. Was sich erkennen lässt: Auch wenn in den meisten Fällen die Mehrheit doch richtig lag, benötigt Deutschland Aufklärung über das Thema Malaria.

Denn wie oder warum sollte man sich um eines von den Millionen kranken Kindern kümmern, wenn so viele Informationen im falschen Bewusstsein sind? Wenn 63% denken, dass man sich einfach gegen Malaria impfen kann?

Jetzt weißt zumindest Du Bescheid. Es liegt an Dir, die Infos zu verbreiten. Vielleicht sieht eine Umfrage in fünf Jahren dank den Malaria-Besiegern anders aus!

5 Kommentare zu “Gibt es Malaria in Deutschland?”

  1. Stephan sagt:

    Netter Artikel, ich war mir auch nicht 100% sicher ob es Malaria in Deutschland nicht auch gibt.

    Auf jeden Fall mal ein dickes Lob an dieser Stelle für die tolle Seite. Das interaktive Video is ja sowas von fett!!!!
    Ciao Steph…..

  2. Mario Graul sagt:

    Das mit der Übertragung durch Wasser ist mir neu… aber als Anregung, wenn man die Leute über Malaria in Deutschland aufklären will, dann sollte man bei der Wahrheit bleiben. Natürlich gibt es Malaria in Deutschland, sie ist aber importiert. Jeder Reisende der sich die Krankheit aus den entsprechenden Gebieten mitbringt widerspricht der obigen Behauptung. Weiterhin sollte man erwähnen das in den Nachkriegsjahren des 1. und 2. Weltkrieges durchaus Malariafälle in Deutschland gab, von Leuten die sich zweifelsfrei in Deutschland angesteckt haben. Man sollte auch erwähnen das die endemische Malaria in Deutschland so um das Jahr 1900 herum ausgestorben ist und das sie vor rund 200 Jahren hierzulande noch relativ verbreitet war.
    Man sollte auch erwähnen das in Deutschland mehrere Arten der Anophelesmücke (Malariaüberträger) heimisch sind und das nicht erst seit der sogenannten Klimaerwärmung hier angekommen sind. Ich finde diese Arten ab und an mal bei mir im Bad. Der Unterschied zu den Tropen ist der das unsere heimischen Arten eigentlich nicht Menschen sondern Tiere zum Blutsaugen anfliegen. Das Aussterben der Malaria wird übrigens der Verbesserung hygienischer Bedingungen zugeschrieben. Also immer schön duschen und um Himmels willen nie auf dem Bauernhof im Stall schlafen. ;-)

    mit lieben Grüßen, Mario

  3. Antje sagt:

    Hallo Mario,

    natürlich wird Malaria nicht durch verunreinigtes Wasser übertragen. Wir haben den Artikel bewußt mit Aussagen begonnen, die nicht richtig sind wohl aber der Meinung vieler Menschen, die an einer Umfrage zum Thema Malaria teilgenommen haben, entsprechen. Will heißen: Viele Menschen in Deutschland sind nur unzureichend über Malaria informiert. Darauf wollten wir in diesem Artikel hinweisen. Mit unserer Seite versuchen wir einen Beitrag dazu zu leisten, über die Armutskrankheit und ihre Folgen aufzuklären.
    Du hast Recht, dass Malaria lange Zeit in Deutschland heimisch war. Durch die Begradigung von Flüssen und Trockenlegung von Sümpfen wurde sie aber in Deutschland ausgerottet. Auch das globale Malariabekämpfungsprogramm der Weltgesundheitsorganisation in den 50er Jahren leistete einen entscheidenden Beitrag zur Ausrottung von Malaria in den Industrieländern. In Afrika und anderen Teilen der Erde, wurde ein solches Programm nie durchgeführt.
    Das Vorhandensein des Malariaüberträgers (Mücke) reicht zum Glück nicht aus, um die Krankheit auch bei uns wieder zu verbreiten, da es neben dem Überträger auch entsprechend viele Infizierte geben muss von denen der Erreger zu neuen “Wirten” (in dem Fall Menschen) weitergegeben werden kann. Ein paar eingeschleppte Malariafälle reichen also nicht aus, dass Malaria auch bei uns wieder heimisch wird.

  4. Mario Graul sagt:

    Ich denke nicht das die Malaria in Deutschland durch irgendwelche Trockenlegungen erfolgreich bekämpft wurden, denn die Anophelesmücken gehören nach wie vor zur heimischen Fauna, ausserdem ist nicht überall alles trockengelegt worden. Da wo das nicht geschehen ist, müsste es sonst die Malaria noch geben.

    Man hat jedoch schon Anfang des 20.Jh bei Untersuchungen im letzten deutschen Malariagebiet in Friesland herausgefunden das unsere einheimischen Anophelesmücken gar nicht vorrangig auf den Menschen gehen, sondern vorzugsweise Tiere stechen. Nur bei relativ abenteuerlichen hygienischen Bedingungen, wenn zum Beispiel der Knecht im Stall schläft und somit den Geruch der Tiere annimmt sind Menschen wirklich gefährdet. Was allerdings passiert wenn die Mücke keine Alternative zum Menschen hat, darüber möchte ich nicht nachdenken.

    Ein Hinweis noch. Das es genug Infizierte geben muss damit sich die Malaria wieder ausbreiten kann, ist richtig. Das heisst aber nicht das man sich in Deutschland nicht anstecken kann, auch wenn das von der Wahrscheinlichkeit äußerst gering ist. Nach den Weltkriegen reichte die Zahl der von Südeuropa zurückgekehrten Soldaten in den Großstädten aus um Menschen die diese Stadt nie verlassen hatten anzustecken. Heute könnten das die vielen Tropenreisenden sein. Von denen hatte ich in der Bekanntschaft schon 2 Fälle, davon leider auch ein Todesfall wegen Malaria tropica. Die Ansteckung erfolgte übrigens in Kenia, einem mittlerweile beliebten Reisenland.

    mit freundlichen Grüßen, Mario

  5. Antje sagt:

    Hallo Mario,

    Danke für all die Informationen.
    Auch in meinem Bekanntenkreis gab es schon mehrere schwere Malariafälle, die aus Reiseländern eingeschleppt wurden. Gottseidank war die Behandlung erfolgreich.

    Richtige Diagnose und schnelle Behandlung sind also essentiell. In vielen südlichen Ländern stellt der Zugang zu Gesundheitsversorgung allerdings ein großes Problem dar. Zum Einen sind Gesundheitsstationen oft erst nach stundenlanger Reise zu erreichen, diese wie auch die Behandlung kosten Geld, was viele Menschen, die von nur einem Euro am Tag leben müssen fehlt.

    Dies nur noch mal zur Erklärung warum soviele Menschen an Malaria sterben.

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